Multifunktionskomplex Osterfeld

Der Neubau des sogenannten Multifunktionskomplexes stellt die größte Maßnahme im Rahmen des Stadterneuerungsprozesses „Sozialer Zusammenhalt Oberhausen Osterfeld“ dar. Am Standort der Gesamtschule Osterfeld werden ca. 18,9 Millionen Euro investiert. 13,7 Millionen Euro werden durch Städtebaufördermitteln vom Bund und dem Land NRW getragen. Die Fertigstellung des Gebäudes war ursprünglich für Herbst 2024 geplant, die aktuelle Prognose sieht den Sommer 2026 vor.

Ursprünglich sah die Teilmaßnahme Nr. 2 die Errichtung eines Jugendzentrums am Standort der GSO durch einen Um- oder Anbau an die vorhandene Bausubstanz vor, um einen Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche zu schaffen und bestehende Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Osterfeld zu vernetzen.

Aufgrund unterschiedlicher Bedarfe im Stadtteil sowie Empfehlungen unterschiedlicher Akteure wurde die Teilmaßnahme Nr. 2 „Errichtung Jugendzentrum Osterfeld“ weiterqualifiziert und zu einer weitaus umfangreicheren Maßnahme mit dem Arbeitstitel „Multifunktionskomplex der sozialen, stadtteilbezogenen Infrastruktur“ weiterentwickelt. Die Teilmaßnahme umfasst nun neben der Errichtung eines neuen Jugendzentrums ebenfalls den Rückbau des bestehenden Gebäudetraktes an der Westfälischen Straße / Ecke Heinestraße, die Errichtung einer neuen Stadtteilbibliothek sowie die Errichtung einer neuen Mehrzweck-Aula. Die Mehrkosten, die durch die Weiterentwicklung der Maßnahme entstanden sind, werden durch eine entsprechende Erhöhung des Gesamtvolumens des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt Oberhausen Osterfeld“ gedeckt.

Zur Vorbereitung der Förderantragstellung für diese Teilmaßnahme bei der Bezirksregierung wurde im Sommer 2018 ein Architekturwettbewerb ausgelobt und durchgeführt. Für die Teilnahme an diesem Wettbewerb meldeten sich sich über 80 Büros. Den Wettbewerb gewann das Kölner Architekturbüro gernot schulz : architektur GmbH, das im Dezember 2018 mit der weiteren Planung beauftragt wurde. Gemeinsam wurde das Projekt weiter konkretisiert und die Unterlagen zur Förderantragstellung vorbereitet.

Im April 2021 hat die Stadt Oberhausen den Förderbescheid für den Neubau erhalten und die Rückbauarbeiten haben Anfang Februar 2022 begonnen. Im Juni 2022 starteten die Arbeiten für den Neubau.

Grundsteinlegung

Am 02. Dezember 2022 fand die feierliche Grundsteinlegung statt. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, Oberbürgermeister Daniel Schranz, Vertreter*innen der Politik, Verwaltung und der Gesamtschule Osterfeld sowie die Architekt*innen des zukünftig entstehenden Bauwerks nahmen an der Veranstaltung teil. Nach einleitenden Worten von Frau Ministerin Scharrenbach, Herrn Oberbürgermeister Schranz, Herrn Prof. Gernot Schulz, Herrn Zweering und Herrn Weibels-Balthaus wurde die sogenannte „Zeitkapsel“ versenkt. Im Anschluss gab es noch ein Zusammenkommen der Gäste bei einem Imbiss in der Gesamtschule Osterfeld.

Da der Bauzaun, der um die Baustelle errichtet wurde, das Osterfelder Stadtbild für die nächsten Jahre prägen wird, hat das Stadtteilbüro Osterfeld zwei Graffitikünstler mit der Gestaltung beauftragt. Am 23. August 2022 führten die beiden Künstler einen gemeinsamen Workshop mit den späteren Nutzer*innen des Multifunktionskomplexes – der Stadtteilbibliothek, den Falken und Schüler*innen der GSO – durch, um gemeinsam Motive für die Gestaltung des Zauns zu erarbeiten. Im Oktober 2022 gestalteten die beiden Künstler den Bauzaun mit den im Workshop erarbeiteten Motiven. Das Stadtteilbüro Osterfeld montierte ergänzende Informationstafeln, die Passant*innen über das Bauvorhaben informieren.

Tag der Städtebauförderung 2024

Anlässlich des Tages der Städtebauförderung waren die Osterfelder*innen am 04. Mai 2024 eingeladen, sich den Fortschritt der Baustelle erstmalig aus direkter Nähe anzuschauen (hier geht’s zum Bericht vom Tag der Städtebauförderung). Ganz nach dem Motto „Betreten der Baustelle erlaubt“ hatten die Besucher*innen in der Baustellenlounge des Stadtteilmanagements die Möglichkeit, den Rohbau virtuell durch den Einsatz von VR-Brillen zu besichtigen. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch eine Baustellenandacht von Ursula Harfst, Pfarrerin der evangelischen Auferstehungsgemeinde. Das bunte Rahmenprogramm rund um die Themen „Bauen und Baustelle“ wurde von den zukünftigen Betreibern des Jugendzentrums „SJD – Die Falken“, der Stadtteilbibliothek und der GSO organisiert. Auch das in Osterfeld ansässige Ausbildungszentrum war – passend zum Thema – mit einem Bautrailer vor Ort, indem sich die Besucher*innen zu verschiedenen Bauberufen informieren konnten.

Das bunte Treiben auf dem Schulhof der GSO bot einen ersten Vorgeschmack für die Nutzungsmischung im zukünftigen Gebäude. 

Richtfest

Die Fertigstellung des Rohbaus wurde schließlich mit einem offiziellen Richtfest am 21. Juni 2024 gefeiert. Zahlreiche geladene Gäste, die zukünftige Nutzer*innen und Vertreter*innen der Lokalpolitik besuchten zu diesem Anlass die Baustelle an der Westfälischen Straße. Auch Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, war erneut vor Ort. Erstmalig gab es für die Öffentlichkeit die Möglichkeit, den Rohbau zu begehen. 

In ihren Redebeiträgen würdigten Frau Scharrenbach, Oberbürgermeister Daniel Schranz, Bezirksbürgermeister Thomas Krey sowie der Architekt André Zweering den Bau und die ausführenden Mitarbeiter*innen. Die Redner*innen betonten die gemeinschaftsfördernde Wirkung des Multifunktionskomplexes für den Stadtteil. Auch die Klimaangepasstheit des zukünftigen Gebäudes wurde hervorgehoben. Nach Handwerkstradition wurde im Anschluss der Richtspruch aufgesagt. 


Die ursprünglich für 2024 angesetzte Eröffnung musste aufgrund zahlreicher veränderter Rahmenbedingungen und verlängerter Bauzeiten immer weiter nach hinten terminiert werden. Die Verzögerung waren dabei bedingt durch klassische Komplikationen bei einem Vorhaben dieser Tragweite: So blieben beispielsweise bei der
erforderlichen europaweiten Ausschreibung wirtschaftlich oder fachlich geeignete Angebote aus und die Ausschreibung musste überarbeitet werden. Auch Leitungen, die auf keinen Plänen verzeichnet waren, und ungewöhnlich instabiler Untergrund verzögerten bereits in den ersten Zügen die Bauarbeiten. Hinzu kamen klassische Terminverzögerungen aufgrund von Personalmangel, Krankheit und Lieferproblemen, die wiederum die Arbeit an anderen Stellen noch weiter verzögerten.

Besonders ärgerlich waren allerdings die Probleme im Sommer 2025: Einbrüche und mutwilliger Vandalismus führten zu einem temporären Baustopp und bremsten die Inbetriebnahme der technischen Anlagen. Beispielsweise der wiederholte Diebstahl von bereits verlegten Kabelleitungen brachten deutliche Verzögerungen mit sich. Als Konsequenz mussten vor der Wiederaufnahme der Arbeiten erst zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen auf dem Gelände ergriffen und die Schäden beseitigt werden. Die Fertigstellung – Stand jetzt – für Sommer 2026 geplant. Über Neuigkeiten zum Bauvorhaben halten wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden.

Ist der Bau dann fertiggestellt, der Einzug von Stadtteilbibliothek, Juhaomi und GSO geschafft und alles eingerichtet, wird das Projekt mit einer gebührenden Einweihungsfeier an die Osterfelder*innen übergeben. Einladung folgt!